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Sturm und Drang (1767 bis 1786)

Film zum Thema Sturm und Drang - http://video1.mscd.edu/ramgen/academic/mdl/leidenschaft.rm

 


Hintergrund:

 

Am Ende der Aufklärung entstand eine literarische Phase, die die Welt der Gefühle lobte: Sturm und Drang!

 

Sehr wenige Vorbilder:

 

Jean-Jacques Rouseaus (1712-1778)

"Du Contrat social" (1762)

Der Mensch ist gut - die Gesellschaft ist schlecht!

"the noble savage"

James Macpherson (1736-1796)

"Ossian" (1773)

Urdichtung des Volkes - eigentlich erfunden!

 

Eine deutsche Erscheinung!!!

 


Literaturkritik und Literatur:

Diese Autoren hatten nie eine Poetik, die ihre Theorien zur Literatur erklärte!

Aber:

Geniebegriff!

"Der Sturm und Drang erstebte die natürliche Gesellschaftsordnung für den natürlichen Menschen." -Frenzel & Frenzel

die Natur! Pantheismus

radikale Fortsetzung der Aufklärung oder Widerspruch?

Tatendrang!

Herz, Gefühl, Trieb und Ahnung gegen Verstand und Vernunft

Sympathie für Kinder, Frauen, Landbevölkerung, die alten Griechen und Germanen

geniale Dichtung war Erlebnislyrik

nationalistisch (ohne eine Nation!)

Individualität und Subjektivität und Originalität waren ihnen wichtig

Wie die Stürmer und Dränger sich als Literaturbewegung verstanden, war neu in der deutschen Literatur! Sie waren Rebellen!

Konflikt zwischen dem Naturmenschen und der bestehenden Kultur war ein ständiges Thema!

Die Bezeichnung Sturm und Drang kannten schon gebildete Menschen, die in der Zeit lebten, weil sie von dem Titel eines Dramas von Friedrich Maximilian Klinger (1752-1831) - "Sturm und Drang" (1777) - kam.

"Sturm und Drang" war ein Lebensgefühl, das eine Generation junger Autoren, meistens im Alter zwischen 20 und 30, miteinander vereinte.

Vieles vereinte sie zu einer Gruppe, wie zum Beispiel: gemeinsame Überzeugungen und Ziele; eine Tendenz, sich in kleinen literarischen Zirkeln zu treffen; für Freunde zu lesen und miteinander zu diskutieren; an einander gefühlvolle Briefe zu schreiben, wenn sie nicht zusammen waren.

Das Genie selbst ist wichtiger als die Regeln - ein Genie durfte allein seine eigenen Regeln machen.

Die Kunst war für sie eine Form der "Offenbarung".

Ihre Literatur war eine Art Protest gegen die Regeln der Kunst!

Ihre Ziele waren also die politische Freiheit, moralische Freiheit, Freiheit der Liebe, metaphysische Freiheit und ästhetische Freiheit.

 


 Wichtigste Autoren und Werke:

 

Friedrich Gottlieb Klopstock (1724-1803)

"Der Messias" (1748/73)

 

Johann Gottfried Herder (1744-1803)

"Fragmente über die neuere deutsche Literatur" (1767/68)

"Abhandlung über den Ursprung der Sprache" (1770)

"Volkslieder" (1778/79) - Sammlung!

 

Gottfried August Bürger (1747-1794)

"Wunderbare Reisen zu Wasser und zu Lande, Feldzüge und lustige Abenteuer des Freiherrn von Münchhausen" (1786)

 

Johann Wolfgang Goethe (1749-1832)

"Von deutscher Baukunst" (1772) - Strassburger Münster!

(Information zu Gotik: http://www.lawrenceglatz.com/germ2120/archdesmittelalters.htm )

"Götz von Berlichingen mit der eisernen Hand" (1773)

"Die Leiden des jungen Werthers" (1774)

"Erlkönig" (1782)

Erste Arbeit an "Faust I" ! (ständig...)

 

Jakob Michael Reinhold Lenz (1751-1792)

"Die Soldaten" (1776)

 

Friedrich Maximilian Klinger (1752-1831)

"Sturm und Drang" (1777)

 

Friedrich Schiller (1759-1805)

"Die Räuber" (1781)

"Kabale und Liebe" (1784)

 


 

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Last modified: February 5, 2006.